Alle Mitglieder - gleichberechtigt

Ich wünsche mir eine Kirche, in der alle Mitglieder gleichberechtigt an den Inhalten und Angeboten der Kirche partizipiert werden. Wenn in der Bibel steht, alle Menschen sind gleich, wie kann es dann sein, dass die Institution Kirche sich über Jahrhunderte ein Konstrukt zurechtbiegen konnte, das von der Bibel inzwischen abweicht? Man müsste hier eine Soll -Ist-Aufnahme machen. Insbesondere die Benachteiligung von verschiedenen Mitgliedern, bspw auch queeren Personen ärgert mich. Nicht nur dass es nicht zeitgemäß ist, es ärgert mich insbesondere, dass diese Personen noch nie Teil der Institution Kirche waren. Ich möchte meinen Glauben gerne in einer Institution ausleben, in der alle willkommen sind und wo man sich nicht verstecken muss, oder ein Teil der Familie fern bleiben muss. Nicht Wasser predigen und Wein trinken, sondern konsequent alle liturgischen Texte durchgehen, die gegen die biblische Darstellung der Nachfolge Jesu stehen. Wie kann es sein, dass Kindern im Kommunionunterricht ein Gottesbild, ein Jesusbild suggeriert wird, das freundlich, offen und tolerant daher kommt. Dieses Bild erscheint in der Realität jedoch ganz anders. Oder wie soll ich es meinem Neffen erklären, wenn er zur Erstkommunion geht und sein geschiedener Vater aber nicht gehen darf? Da fehlen mir die Worte, sprichwörtlich. Es liegt mir sehr viel am Herzen dieser Kirche, insbesondere da ich beispielsweise in Bezug auf die Missbrauchsdarstellungen wirklich KEINE negativen Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend machen musste. Inzwischen sehe ich mich aber als Frau in der Kirche vorgeführt, ausgenutzt und frage mich, wie kann ich hier in einen Dienst treten, bspw. ein Ehrenamt, ohne zugleich das Gefühl zu haben, ausgenutzt und doch irgendwie von oben herab belächelt, denunziert zu werden? Wie kann ich nicht nur als Gläubige sondern auch als aktives Mitglied einer Kirchengemeinde erhobenen Hauptes gegenüber dem Klerus auftreten? Jedes Mal habe ich den Eindruck, Mitglied zweiter Klasse zu sein. Nachweislich spricht ja nichts dagegen, dass Frauen in der Nachfolge Jesu gleichberechtigt sind wie die Männer, aber die Institution Kirche hat es über 100e Jahre geschafft, diese Ansicht zu ihren Gunsten umzuschreiben. Hier müssen wir ran. Alternativ könnte ich mir eine Kirche vorstellen, die neben der katholischen Kirche ihre eigenen Wege geht, die Texte ändert, die Rollen und Zuständigkeiten auch für Frauen und andere öffnet.