Zusammen gehen – „In Kirche und Gesellschaft gehen wir Seite an Seite denselben Weg“

Dieses Zusammengehen wird schon in der kleinsten Einheit einer Gesellschaft – der Familie – deutlich. Es ist heutzutage keineswegs selbstverständlich, dass nur katholische Christen einander heiraten: gemischt konfessionelle Ehen sind an der Tagesordnung und nicht selten ist einer von zwei Eheleuten konfessionslos oder sogar überzeugter Atheist. Die hierin zum Ausdruck kommende Vielfalt muss viel deutlicher wahrgenommen werden als bisher und die Kirche muss sich überlegen, wie sie Menschen in diesen Situationen begleitet und unterstützt, ohne zugleich den nicht katholischen Partner auszugrenzen oder geringzuschätzen. Es ist eine Herausforderung, vor diesem Hintergrund Kinder im Glauben zu erziehen. Kirche muss sich hier ihrer Verantwortung bewusst werden. Schließlich wird vom katholischen Ehepartner in der Regel bei der Eheschließung die Zusage abgenommen, dass die Kinder im katholischen Glauben erzogen werden.
Auch die Tatsache, dass es in der gesellschaftlichen Realität noch andere Formen von Familie gibt als die klassischen Vater-Mutter-Kind-Modelle muss die Kirche lernen zu respektieren und wertzuschätzen. Wer sind wir, dass wir uns ein Urteil darüber erlauben, welche Formen des Zusammenlebens „korrekt“ sind und in Kirche eine Existenzberechtigung haben? Vielfalt ist Herausforderung und Bereicherung zugleich und keine Rechtfertigung für die Pflege von Ideologien. Es muss möglich sein, dass Menschen, die z.B. nicht kommunizieren können oder wollen, sich segnen lassen können ohne dass sie schiefe Blicke ernten.