Zuhören - dazu braucht es Regeln

Alle Gruppen, Orientierungen, Betroffene etc. sind gemeint, gerade weil das generische Maskulinum genutzt wird.
Beim Zuhören gibt es einen Sprecher und einen Zuhörer.
Der Sprecher will dem Zuhörer etwas sagen. Er möchte das aussprechen, was ihm auf der Seele liegt.
• Was ihm besonders gut gefällt, dies sollte unterstützt und verstärkt werden.
Bei dieser Unterstützung und Verstärkung kann auch das eigene Mittun angeboten werden, damit es sich wirklich in die gewünschte Richtung bewegt.
• Was ihm nicht gut gefällt oder wo er sogar mehr oder weniger stark dagegen ist, dies sollte gebremst und an der Ausbreitung gehindert werden.
Bei direkter Betroffenheit kann das eigene Mittun angeboten werden, damit es sich wirklich gegen die unerwünschte Richtung gestemmt wird.
Der Zuhörer kann eine passive und eine aktive Rolle wahrnehmen.
Ein passiver Zuhörer beruhigt, denn der Sprecher kann sich alles was ihn bewegt von der Seele reden.
Ich denke, die meisten Gläubigen wünschen sich jedoch aktive Zuhörer.
Ein aktiver Zuhörer nimmt die gehörten Botschaften auf und verarbeitet sie weiter.
Lässt diese in den zuständigen Gremien weiter diskutieren, stellt sie zur demokratischen Abstimmung, wenn dies zulässig ist oder nimmt aufgrund des eigenen Entscheidungsrahmens die Ideen auf und setzt diese um.
Vor allem gibt der aktive Zuhörer neben dem direkten Feedback an den sprechenden Menschen auch ein öffentliches Feedback, dass diese Themen angesprochen bzw. angefragt wurden und erklärt warum genauso reagiert wird.
Wenn sich unsere Kirche für eine Verbesserung beim aktiven Zuhören entscheidet, sind die dazu notwendigen Rahmenbedingungen zu entwickeln, einzuführen und zu leben.
Obwohl wahrscheinlich in der Urkirche keine demokratischen Regeln galten, wünschen sich die meisten Gläubigen in der heutigen Zeit eine möglichst demokratische Behandlung ihrer Wünsche und Anliegen.
Es soll konstruktiv auf die Mehrheit gehört werden, alle Gruppen haben ihre Berechtigung und sollen mit Respekt behandelt werden, aber die Mehrheit sollte den Takt der Veränderungen vorgeben.