Den Auftrag Jesu annehmen und verantworten – „Jesus sendet seine Jünger in die Welt…“

Oft erscheint es so, als ob eine tiefe Kluft besteht zwischen Kirche und Welt. Diese Kluft ist da allein schon durch die unterschiedlichen Wertvorstellungen und Lebensbedingungen. Das Erleben dieser Kluft muss man aushalten, aber mit der Bereitschaft, lieb gewordene Positionen zu verlassen und auf andere zuzugehen. Dafür ist es wichtig, konsequent im Gespräch zu bleiben mit einer Offenheit, die ermutigt, eigene Sichtweisen zu erklären, aber auch andere Sichtweisen anzuhören und zuzulassen.
Wenn wir den Sendungsauftrag ernst nehmen, der für alle Christen gilt, brauchen wir auch ein Coaching, denn manchmal spricht der Heilige Geist vielleicht nicht laut und deutlich genug. Wir brauchen Rüstzeug oder einen Werkzeugkasten, um herauszufinden, wie man den Menschen um uns herum die Botschaft Jesu glaubhaft und Interesse weckend vermitteln kann. Es müssen uns Rahmenbedingungen gegeben werden, damit wir spirituelle Aktionen, z.B. Fastenwoche, Meditation, Gebet, Zeit zum Zuhören und Begegnungen schaffen in Eigenverantwortung und unter Rückbindung an die Basis des Glaubens anbieten und durchführen können. Menschen, die ihren Sendungsauftrag ernst nehmen und eigens Ausbildungen z.B. für Wortgottesfeiern absolvieren, erleben es als enttäuschend, dass ihnen nicht zugetraut wird, ehrfürchtig und verantwortungsvoll mit den Sakramenten z.B. der Eucharistie umgehen zu können, wenn sie beispielsweise planen, im Wortgottesdienst die Kommunion auszuteilen.