Der Erste unter euch soll euer Diener sein

"Einfluss nehmen" - sagen wir ruhig: Macht haben, d. h. wirklich: Macht! und nicht: Vollmacht. Nein, Einfluss habe ich überhaupt keinen. Wer nicht in einem Gremium sitzt, Mitglied eines der vielen Räte ist, hat keine Stimme. PGR-Wahlen sind z. T. zu einer Farce geworden; die Kandidaten sind oft schon vor der Wahl alle mit Sicherheit gewählt, weil es einfach nicht genug Kandidaten gab; dieser Umstand, der eigentlich die Wahl ungültig macht, wird der Gemeinde nicht erklärt. Die so "demokratisch" "Gewählten" halten sich dann für frei, Entscheidungen in ihrem Sinne zu treffen ohne jegliche Rückbindung an die "Basis". Initiativen von der "Basis", die sie vielleicht inhaltlich nicht teilen, verlaufen dann einfach im Sande. So kommt es, dass Menschen über die konkrete Glaubenspraxis anderer (mit)entscheiden in Dingen, zu denen sie vom Glauben her gar keinen Zugang haben, weil sie im Glauben völlig anders unterwegs sind. Das Rätesystem hat sich als Form der Beteiligung nicht nur als wirkungslos, sondern als kontraproduktiv erwiesen. Priesterliche Vollmacht, die - von Jesus Christus als Dienst gemeint - ja auch als bloße Macht missbraucht werden kann, wird so ersetzt durch die Macht einer Gruppe. Selbst wenn sie wirklich demokratisch zustande gekommen wäre (dazu müssten sich die Kandidaten vor der Wahl z.B. auch einer Befragung über den Glauben stellen), wäre sie noch lange nicht im Sinne Jesu legitimiert. Kann eine Mehrheit bestimmen, was Wahrheit ist? Selbst im politischen Bereich hat die Mehrheit das Recht oft nicht auf ihrer Seite; wie viele Diktatoren kamen durch Mehrheitsbeschlüsse an die Macht! Sollen wir vielleicht abstimmen darüber, ob Jesus wirklich auferstanden ist? Wir sollten uns vom ZdK und den Räten auf allen Ebenen verabschieden. Sie sichern für einige wenige Leute eine der Gemeinde Jesu fremde Macht- (nicht: Vollmacht)konzentration über andere. Beteiligung für alle könnte möglich werden, wenn sich z. B. eine Gruppe in einer Gemeinde oder gemeindeübergreifend zusammenfindet, die sich über ein Projekt verständigt hat und dieses dem zuständigen Pfarrer vorstellt und um seine Einwilligung und ggf. Unterstützung bittet. Dadurch wird die Basis wirklich eingebunden, zumal man ja vor Ort am besten weiß, wo es nottut. Der (Weih)Bischof sollte unangekündigt in vielen Gemeinden und Gruppierungen Besuche machen und sich sehr viel Zeit nehmen, mit den Leuten zu sprechen. Leider sind unsere Bischöfe zu sehr auf die Gremien fixiert.